Pressestimmen
Golden Retriever Clubnachrichten Nr. 78 Dezember 2002/Januar 2003, S. 60:
Die Hündin "Baltic Golden Cinderella" (Zb.-Nr. DRC-G 13273) hat mit ihrem Führer Dr. Andreas Herrfeld am 12. und 13. Oktober 2002 in Halle/Saale die Rettungshundeprüfung Flächensuche FLS 2 bestanden.

Ein Wochenende in Halle/Saale oder wie aus mir ein 2-er Hund wurde
Hallo, mein Name ist Baltic Golden Cinderella, aber alle nennen mich nur Cin, CinCin oder Cindy. Ich bin eine Golden Hündin im besten Alter (4 ½ Jahre) und möchte Euch von einem Wochenende im Oktober 2002 erzählen. Mein Herrchen und Frauchen standen ganz früh auf und packten das Auto voll. Da wußte ich, dass wieder einmal ein aufregender Ausflug bevorstand.
Wir fuhren diesmal nach Halle/Saale, wo ich viele bekannte und unbekannte Menschen und Hunde traf. Alle Anwesenden - egal, ob Zwei- oder Vierbeiner - waren sehr angespannt, denn es stand eine Rettungshundeprüfung an. Da mein Herrchen aber immer recht gelassen ist, blieb ich es auch, schließlich habe ich mit ihm zusammen schon viele Prüfungen und Ausstellungen besucht. An diesem Wochenende wollten wir die Flächensuchprüfung (FLS) 2 des Deutschen Rettungshundevereins bestehen. Diese besteht wie die FLS 1, die ich dieses Jahr im März ablegte, aus mehreren Teilen: der Unterordnung, der Suche nach vermißten Personen sowie einer theoretischen und einer praktischen Prüfung, in denen gefundene Personen u.a. erstversorgt werden müssen.
Am Samstag vormittag lief mein Herrchen mit mir die Unterordnung, wobei er trotz der Beteuerungen meines Frauchens, es werde schon klappen, skeptisch blieb. Er weiß nämlich, dass ich sehr stur sein kann, auch wenn ich ihn bei den Begleithundeprüfungen bisher nicht enttäuscht habe. So machte ich ihm auch diesmal die Freude zu gehorchen, und schon hatten wir diesen Teil der Prüfung bestanden. Den Rest des Tages hatten wir dann frei.
Am Sonntag morgen war ich dann die erste, die suchen durfte. Meinem Herrchen und mir wurde gesagt, dass drei Personen in einem ca.100.000m2 großen Waldgebiet vermißt würden. Aber das kenne ich ja schon: dauernd gehen im Wald Personen verloren. Wie gut, dass es uns Hunde gibt. Um 9.37 Uhr war es dann so weit - ich durfte losrennen. Neben meinem Herrchen und zwei Helfern kamen noch zwei Prüfer und fünf weitere Personen mit, die sich die Prüfung anschauten. Die Leute, die mitkamen, waren keine große Hilfe, denn nach vier Minuten hatte ich die erste Person gefunden. Die war unter der Wurzel eines umgeknickten Baumes unter einer Plane versteckt, aber ich hab sie trotzdem gewittert und laut verbellt. Nachdem mein Herrchen das Opfer versorgt und die Rettungskräfte eingewiesen hatte, ging es weiter - eine zweite Person mußte gefunden werden. Da mein Herrchen mir ja hinsichtlich der Sinne weit unterlegen ist, war er erneut auf meine Hilfe angewiesen. Es ging durch ein sehr hügeliges und teilweise dicht bewachsenes Gebiet. Nachdem wir den Wald rund eine halbe Stunde durchsucht hatten, stieg mir plötzlich Menschengeruch in die Nase. So hatte ich gegen 10.18 Uhr die zweite vermißte Person gefunden, die anschließend von Herrchen betreut wurde. Wieder warteten wir auf die Rettungsmannschaft, bevor es nochmals Ernst wurde.
Ich konnte es nicht fassen, als ich hörte, noch jemand müsse gefunden werden. Wieso bleiben die Leute nicht zu Hause vor dem Kamin? Aber es half alles nichts, ich mußte noch einmal ran. Nach einigen Minuten weiterer Suche roch es wieder nach Mensch. Das erneute Verbellen der vermißten Person machte allen Anwesenden klar - ich hab das Zeug zum 2er-Hund. Man gratulierte meinem Herrchen und mir (dabei habe ich doch nur meine Arbeit gemacht!), und alle waren stolz auf mich.
Besonders stolz sind meine Eltern auf mich, da sie anfangs nicht gedacht haben, dass aus mir etwas Vernünftiges wird. Denn als Welpe und Junghund war ich besonders schwierig und habe Herrchen und Frauchen viel Kummer bereitet. Doch intensives Training und Hilfe von vielen Leuten - insbesondere Golden Retriever-Besitzern - haben sich ausgezahlt. Danken möchten wir insbesondere den Mitgliedern des Golden Retriever-Treffs Nordhessen (v.a. den Ausbildern Herrn Dieter Appelt und Herrn Wilfried Ebert), bei unserer Retterin in der Not und mittlerweile guten Freundin Barbara Schiffner und ihrem Mann Wolfgang sowie allen, die zum guten Gelingen beigetragen haben. Sehen könnt ihr mich übrigens auf unserer Vereinswebsite unter www.rettungshundeverein-werra-meissner.de
Eure Cin und Herrchen Dr. Andreas Herrfeld sowie Frauchen Dr. Patricia Herrfeld