Pressestimmen

Journal-Ost der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen vom 6. September 2002; Großalmerode

Menschenrettung einmal anders

Aika läuft durch das Unterholz, vorbei an dicken Buchen und Eichen. Sie wechselt mehrmals die Richtung, ihre Nase hat Witterung aufgenommen. Schließlich ist sie sich ganz sicher, geradeaus geht es. Sie läuft und läuft, Hannelore Kotschate hat Mühe ihr zu folgen. Doch plötzlich verharrt Aika vor dichtem Gestrüpp und beginnt zu bellen, die Suche hat ein Ende.
Was hier geschildert wurde, ist keine Jagdszene, sondern eine sehr zuverlässige und schnelle Menschenrettung gewesen. Aika und Hannelore Kotschate gehören zum Rettungshundeverein Werra-Meißner e.V.. "Wir wollten eine Lücke schließen, bisher mußten immer andere Vereine von weit her anreisen, um bei einer Personensuche mitzuhelfen, nun können wir den Werra-Meißner-Kreis und den östlichen Landkreis Kassel schnell und zuverlässig abdecken," erklärt Hannelore Kotschate, Erste Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins. Spezialisiert hat man sich auf die Suche vermißter Personen, zum Beispiel geistig verwirrter, verirrte Kinder, verunfallte Autofahrer oder Selbstmordgefährdeter, und zwar schnell und zuverlässig wie auch bei Tag oder Nacht, übrigens unentgeltlich. "Wir wollen Helfen und mit unseren Hunden etwas sinnvolles tun,"
erklärt Dr. Andreas Herrfeld, Zweiter Vorsitzender des Vereins, "daher sind wir auch auf unsere Mitgliedsbeiträge und vor allem auf Spenden angewiesen."
Die Ausbildung der Hunde erfolgt nach den Richtlinien des Deutschen Rettungshundevereins über mehrere Jahre, ergänzt wird er durch ständiges Training an unterschiedlichen Orten. "Der Spieltrieb der Hunde muß in die Ausbildung integriert werden, für den Hund ist es eine Art Versteckspiel, würden wir immer im gleichen Geländestück üben, wäre das auf Dauer langweilig für das Tier," weist Herrfeld hin.
Auch der Großalmeröder Bürgermeister Andreas Nickel freut sich ganz besonders über den Verein, der sich in der Tonstadt registrieren ließ: "Es handelt sich hierbei um etwas, was die Infrastruktur von THW, Feuerwehr und Rotem Kreuz in Großalmerode ganz ordentlich ergänzt, die Opfersuche kann nun schneller erfolgen." Als Aktivierungszeit nannte Hannelore Kotschate übrigens knapp 30 Minuten, "dann sind wir vor Ort und können helfen."
Der Verein sucht noch nach weiteren Interessierten, die ihre Hunde zu Rettungshunden ausbilden oder passive Mitglieder werden möchten. Weitere Infos unter 0172-5341493. (mko)

Gruppenbild

Bild Rettungshundeverein: Der Rettungshundeverein Werra-Meißner e.V. sucht noch nach weiteren Interessierten. Von links: Dr. Andreas Herrfeld und Dr. Patricia Herrfeld mit Hündin Cindy, Hannelore Kotschate mit Hündin Aika und Hund Vito, Bürgermeister Andreas Nickel, Volker Braun mit Hündin Gertrud, Olaf Gedeck mit Welpe Berry, Patricia Gedeck mit Hund Berry und Cornelia Braun mit Hund Rambo.