Ausbildung




Sie interessieren sich für unsere Arbeit mit oder ohne Hund?
Um es vorweg zu sagen, das ideale Rettungshundeteam gibt es selten, denn wir sind alle nur Menschen (und Hunde). Aber mit Motivation und Ausdauer kann bei der Rettungshundearbeit manches "Handicap" beseitigt werden. Wenn wir Sie auf unsere Arbeit neugierig gemacht haben, dann nehmen Sie einfach mit uns Kontakt auf. Im Gespräch und Schnuppertraining wird schnell klar, ob eine Rettungshundeausbildung im konkreten Fall Erfolg versprechend ist. Und eine interessante Erfahrung ist so ein Schnuppertraining in jedem Fall.
Sie sollten aber Spaß daran haben, sich draußen aufzuhalten, denn unser Training findet bei (fast) jedem Wetter statt.

Wie funktioniert die Ausbildung zum Rettungshund bzw. Rettungshundeführer?
Hunde und Mensch sollen beim Einstz ein Rettungsteam bilden. Doch wie erreicht man dies? Was sind die Aufgaben des Hundes und die des Menschen?
1. Die Aufgabe des Hundes
Ziel der Hundeausbildung ist es, den Hund auf eine konstante Suche nach einer Person und das Anzeigen bei Erfolg vorzubereiten. Der Einstieg in die Sucharbeit erfolgt über Anzeigeübungen und kurze, hochmotivierte Suchen. Der Spaß an der neuen Aufgabe steht für den Hund absolut im Vordergrund. Anfänglich wird der Hund an die Suche herangeführt, indem er die "vermisste Person" noch sieht und bei Hinrennen und Anzeigen belohnt wird. Die Belohnung kann in Leckerlis, Spielen oder Herumtoben bestehen.

Behutsam und in kleinen, sinnvollen Entwicklungsschritten werden in den folgenden Monaten die Anforderungen an den Hund in Sachen Suchentfernung, Suchdauer und Lage der vermissten Person gesteigert. Die Anzeige, dass eine Person gefunden wurde, kann auf dreierlei Art geschehen. Man kann Hunde entweder als Verbeller oder als Bringsler oder als Rückverweiser den Erfolg einer Suchaktion melden lassen.
Der Verbeller bellt bei der vermissten Person solange, bis sein/e Führer/in bei dieser Person angekommen ist. Der Hund führt den Mensche über die aktustischen Signale zur vermissten Person.


Der Bringsler nimmt ein Bringsel, welches ihm lose um den Hals hängt, in die Schnauze wenn er die vermisste Person gefunden hat und signalisiert somit dem/der Hundeführer/in, dass er fündig geworden ist. Der Hund führt den Menschen durch pendeln zur vermissten Person.

Der Freiverweiser zeigt das Auffinden der Person z.B. durch Anspringen des Hundesführers an. Er pendelt solange zwischen der vermissten Person und dem/der Hundeführer/in, bis letztere/r bei der vermissten Person angekommen ist.
Grundlage für eine effektive Rettungshundearbeit ist das harmonische Zusammenwirken im Team. Daher liegt das Hauptaugenmerk in unserer Ausbildung auf der funktionierenden Kommunikation zwischen Hund und Hundeführer/in. Ohne Zwang und Druck sondern über Motivation und positive Verstärkung vermitteln wir unseren Hunden die entsprechenden Fertigkeiten. Wir erreichen somit in der Unterordnung - ebenso wie in der Suchausbildung - dass die Hunde Spaß an der Arbeit haben und freiwillig, gerne und damit dauerhaft die von ihnen erwartete Leistung abrufen.
Unsere Hunde tragen - anstelle des herkömmlichen Halsbandes - im täglichen Leben grundsätzlich ein Brustgeschirr. Damit die Hunde bei der Sucharbeit frei und ungezwungen sein können, laufen sie frei. Eine Kenndecke kennzeichnet sie bei ihrer Arbeit als Rettungshunde.



2. Aufgabe des Menschen
Der/die Hundeführer/in muß in der Lage sein, seinen/ihren Hund richtig zu führen und zu interpretieren. Sie/er muß bei Auffinden einer vermißten Person deren Zustand/Verhalten bewerten und gegebenenfalls die Erstversorgung durchführen können und der Person solange zur Seite stehen, bis ein Rettungsdienst vor Ort ist.
Damit dies möglichst schnell geschieht, muss er sowohl das Funkgerät bedienen können, als auch taktische Überlegungen hinsichtlich der Suchstrategien anstellen können.

Für die richtige Einsatztaktik ist es notwendig, die Windverhältnisse zu erkunden, das Gelände richtig einzuschätzen, Karte und Kompass lesen zu können.
Um dem Hund im Ernstfall "Erste Hilfe" leisten zu können, nehmen die Hundeführer/innen auch hier regelmäßig an Lehrgängen teil.
Ein Rettungshundeführer geht niemals alleine in den Einsatz sondern immer in Begleitung von mindestens einem Helfer. Auch das Training funktioniert nur im Team. Daher ist es unerläßlich, dass unsere Mitglieder teamfähig sind und Spaß daran haben, mit anderen zu arbeiten.

3. Prüfung der Einsatzfähigkeit
Unsere Rettungshundeteams legen die Prüfungen gemäß der Prüfungsordnung des BzRH (Bundesverband zertifizierter Rettungshundestaffeln) ab.
Diese unterscheidet nach FL 1 = 50.000m², die innerhalb einer halben Stunde abzusuchen sind und FL II = 100.000m², die innerhalb einer Stunde abzusuchen sind. Darüberhinaus werden Einsatztaktik, Erste Hilfe an Mensch und Hund, Karte und Kompass sowie das Funkverhalten geprüft. Um zur Flächensuche zugelassen zu werden, ist ein erfolgreiches Absolvieren des Prüfungsteils Unterordnung notwendig, der ähnlich der VDH-Begleithundeprüfung aufgebaut ist.
Die Prüfung erfolgt grundsätzlich in einem gänzlich unbekannten Gebiet, das außerhalb unseres Einsatzbereichs liegt. Als vermisste Person fungieren fremde Personen. Darüberhinaus legen unsere Hunde regelmäßig eine VDH-Begleithundeprüfung ab.